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Weihnachtszeit ist die schönste Zeit – auch für Betrüger

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Philipp Jacobi, Head of Security Architecture Group bei Dimension Data Deutschland

Mit dem Einzug der kalten Temperaturen beginnt für viele die Geschenkejagd für die schönste Zeit des Jahres – das Weihnachtsfest. Doch die Vorstellung vor überfüllten Einkaufszentren und verstopften Innenstädten bewegt nicht wenige dazu, ihre Geschenke stattdessen online zu erstehen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn gerade während der Vorweihnachtszeit sind auch Cyberkriminelle am aktivsten und versuchen über verschiedene Wege an personenbezogene Daten zu gelangen.

Untersuchungen von Dimension Data zeigen, dass mit einem starken Anstieg von Phishing Kampagnen oder Hackerangriffen im Bereich Online-Banking zu rechnen ist. Auch werden vermehrt fehlerhafte Websitesauftreten, die auf angebliche Sparangebote verlinken, stattdessen aber ungewollt schädliche Software auf den Computer laden. Allein in Großbritannien findet mehr als ein Viertel aller Onlinebetrugsvorfälle in der Weihnachtszeit statt, wie der Finanzdienstleister Barclays jüngst beziffert. Dies liegt mitunter daran, dass viele beim Onlineshopping noch immer unbedacht handeln und mit ihren Daten zu freizügig umgehen. Pro Verbraucher beträgt der so verursachte Schaden schnell zwischen 40 und 4.000 Euro und kann die Feiertage auf eine harte Probe stellen. Doch mit ein paar einfachen Tipps und Tricks können sich Konsumenten vor Datendiebstahl schützen und so das Fest in vollen Zügen genießen.

1. Onlineshopping nur aus sicheren Netzwerken
Allgemein ist es nicht empfehlenswert, öffentliche WLAN-Netzwerke zum Onlineshopping zu nutzen oder gar Geldgeschäfte darüber abzuwickeln. Ihre Daten sind hierüber nicht sicher und können eventuell von findigen Cyberkriminellen ausgelesen werden.

2. E-Mails von unbekannten Absendern meiden
Die Kreativität und Professionalität von Cyberkriminellen ist heutzutage ausgeprägter denn je, sodass Phishing-Versuche kaum noch von „echten“ E-Mails unterschieden werden können. Hier ist besondere Vorsicht geboten, denn die Anzahl von Ransomware-Angriffen nimmt stetig zu. Wenn Ihnen also der Absender komisch vorkommt oder Sie namentlich nicht direkt angesprochen werden, sollten Sie skeptisch sein und die E-Mail vielleicht lieber löschen.

3. Auf vertrauenswürdige Quellen setzen
Heutzutage gibt eine Vielzahl unterschiedliche Apps für alle Lebenslagen. Gerade auf mobilen Geräten sind jedoch die Einfallstore für Kriminelle groß. Seriöse Apps stammen nur aus vertrauenswürdigen Quellen wie den offiziellen App-Stores.

4. Ihre Account-Informationen gehen nur Sie etwas an!
Weder Ihre Bank noch seriöse Onlineshops würden jemals nach den Zugangsdaten Ihrer Accounts fragen. Seien Sie also wachsam und handeln Sie überlegt.

5. Überblick im Passwortdschungel
Dass Sie zum Schutz Ihrer persönlichen Daten nicht auf ein einziges Passwort bei verschiedenen Onlineshops und anderen Websites setzen, sollte mittlerweile weithin bekannt sein. Doch bei der Vielzahl verwendeter Passwörter, wächst auch die Gefahr Zugangsdaten durcheinander zu bringen und den eigenen Account durch fehlerhafte Eingaben versehentlich zu sperren. Abhilfe schafft hier ein Passwortmanager, der entweder bereits in Ihr Mobilgerät integriert ist oder als separate App herunterzuladen ist. So behalten Sie stets den Überblick.

6. Werbe-Mails hinterfragen
Wir werden fast täglich überschüttet mit Werbe-Mails mit Hinweisen auf aktuelle Angebote. Doch darunter sind auch einige „falsche Freunde“, die Sie zum Klicken auf darin enthaltene Banner animieren wollen. Tun Sie dies nicht, denn dahinter verbirgt sich häufig Malware, die ihre Daten ausspäht oder ihre Endgeräte womöglich beschädigt.

7. Ihr Browser liefert wertvolle Hinweise
Achten Sie beim Surfen im Internet auf das Schlosssymbol in der Adresszeile Ihres Browsers, das eine verschlüsselte Verbindung signalisiert. Ein weiteres Indiz einer sicheren Website ist das „https“ am Beginn einer Adresse.

8. Kreditkarte sichert im Schadensfall
Die Möglichkeiten im Internet zu bezahlen werden immer vielfältiger. Neben reinen Onlinebezahldiensten sind weiterhin auch EC- und Kreditkarten gängige Mittel für eine unkomplizierte Online-Kaufabwicklung. Falls Sie zwischen diesen Methoden die Wahl haben sollten, empfiehlt es sich, die Kreditkarte zu bevorzugen, da hierbei ein unautorisierter Einsatz auch im Nachhinein oftmals storniert werden kann. Auch die Speicherung der eigenen Kontodaten sollten Sie nach Möglichkeit verhindern, um Datenmissbrauch vorzubeugen.

9. Software-Updates ernst nehmen
Halten Sie Ihre Programme kontinuierlich auf dem aktuellsten Stand. Besonders für die Virenabwehr sollten neue Updates stets installiert werden, um eine zuverlässigen Schutz vor Schadprogrammen zu gewährleisten

10. Onlinebanking stets im Blick behalten
Auch eine regelmäßige Überprüfung Ihres Onlinebankings kann vor unberechtigten Zahlungen schützen. Denn nur wenn fremde Zugriffe rechtzeitig bemerkt und auch gemeldet werden, können entsprechende Schritte eingeleitet werden, die zur Wiederbeschaffung von Geldern führen.

Wer diese Ratschläge beherzigt und stets verfolgt, kann den Aktivitäten von Cyberkriminellen künftig gelassener entgegenblicken. So gerät der Online-Geschenkekauf wahrlich zur Freude und das Weihnachtsfest kann kommen.

Philipp Jacobi

    Philipp Jacobi, Head of Security Architecture Group bei Dimension Data Deutschland